{"id":25,"date":"2007-10-06T17:46:35","date_gmt":"2007-10-06T16:46:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thill-heusbourg.lu\/test\/wordpress\/?p=25"},"modified":"2009-12-15T22:05:50","modified_gmt":"2009-12-15T21:05:50","slug":"wie-man-aus-patienten-delinquenten-machen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thill-heusbourg.lu\/test\/wordpress\/?p=25","title":{"rendered":"Wie man aus Patienten Delinquenten machen kann"},"content":{"rendered":"<p><!-- \t\t@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } \t\tH1 { margin-top: 0cm; margin-bottom: 0cm } \t\tH1.western { font-family: \"Nimbus Roman No9 L\", serif; font-size: 12pt; so-language: fr-LU } \t\tH1.cjk { font-family: \"DejaVu Sans\"; font-size: 12pt } \t\tH1.ctl { font-family: \"DejaVu Sans\"; font-size: 12pt; font-weight: medium } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } --><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span style=\"font-size: large;\"><em>von Dr. Robert Thill-Heusbourg<\/em><\/span><span style=\"font-size: large;\"><em>*<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Am 1. Oktober 2007 trat die neue Strassenverkehrsordnung in Kraft . Neben den Bestimmungen zur Absenkung der Alkohol-Grenzwerte sieht das Gesetz auch Drogen-Screening-Schnelltests vor, welche es den Polizeibeamten erm\u00f6glichen sollen, im Falle eines Unfalls oder bei ernsthaften, auf Drogenkonsum schliessen lassende Anzeichen hin einen Drogen-Nachweis vor Ort durchf\u00fchren und bei Best\u00e4tigung ein unmittelbares Fahrverbot aussprechen zu k\u00f6nnen.Diese Schnelltests k\u00f6nnen jederzeit auch ohne besonderen Anlass auf Anordnung der Staatsanwaltschaft durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Drogen-Schnelltest im Speichel soll in Luxemburg mithilfe eines \u201eDrugwipe\u201c genannten Ger\u00e4ts durchgef\u00fchrt werden und weist Amphetamin, Opiate, Cannabinoide und Cocain nach. Miterfasst werden -wie in jedem Schnelltest- unter anderen auch chemisch verwandte und therapeutisch eingesetzte Substanzen wie Methylphenidat (Ritalin\u00ae\/Concerta\u00ae) unter Amphetamin und Codein unter Opiate.<\/p>\n<p>Dies stellt ein sehr ernstes Problem dar, denn somit werden auch Patienten zu Delinquenten gemacht. Aufmerksamkeitsdefizit\/Hyperaktivit\u00e4tst\u00f6rungen, Narkolepsie u.a. sind Krankheiten , welche auch in Luxemburg zum Wohle vieler Patienten auf \u00e4rztliche Verordnung hin mit Ritalin oder Concerta erfolgreich behandelt werden und welche es jenen erm\u00f6glichen, den Anforderungen des allt\u00e4glichen Lebens und des Strassenverkehrs ohne zus\u00e4tzliche Gefahren gerecht zu werden. Codein ist Bestandteil vieler Hustens\u00e4fte und Schmerzmittel, welche t\u00e4glich von Tausenden Patienten eingenommen werden. Cannabinoide werden derzeit in Luxemburg (noch) nicht regul\u00e4r therapeutisch eingesetzt; nach einmaligem Konsum bleibt der Test aber anschliessend bis zu drei Wochen positiv, ohne dass sich der Betreffende noch unter dem Einfluss der Droge befindet. Nur f\u00fcr Kokain gibt es in der Medizin keine Therapie-Indikation mehr.<\/p>\n<p>Viele Fragen sind also mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes aufgeworfen worden, deren Beantwortung sicher nicht dem einzelnen Polizeibeamten vor Ort zugemutet werden kann. Es ist v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich , wie ein Gesetz \u00fcber die Reglementierung des Verkehrs auf allen \u00f6ffentlichen Strassen von den betreffenden Ministerien (Unterzeichner sind die Minister f\u00fcr Transport, Finanzen, Inneres, Justiz und Gesundheit) zur Abstimmung vorgelegt und vom Parlament gestimmt werden kann, wenn wesentliche Fragen, welche in Bezug auf Drogen-und Medikamenten-Nachweisbarkeit nur von \u00c4rzten beantwortet werden k\u00f6nnen, nicht gestellt und fach-spezifische Einw\u00e4nde nicht angefragt und geh\u00f6rt wurden. Weder Coll\u00e9ge m\u00e9dical noch die Direktion der Sant\u00e9 Publique waren im Vorfeld um Begutachtung gebeten worden; einem toxikologischen Gutachten des Staatslaboratoriums wurde keine Beachtung geschenkt.<\/p>\n<p>Es handelt sich also um ein Gesetz, das im Hinblick auf das Drogen-Screening ohne Ab\u00e4nderungen so sicher nicht angewendet werden kann, wobei alle diese Fragen leicht im voraus h\u00e4tten gekl\u00e4rt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Eine M\u00f6glichkeit best\u00fcnde darin, in Analogie zur Patientenakte im Leistungssport, welche von der Agence Luxembourgeoise Antidopage (ALAD) genehmigt werden muss, im Falle einer chronischen Behandlung mit einer der genannten Substanzen dem Patienten einen vom Transportministerium auf Antrag eines fach\u00e4rztlichen Gutachtens ausgestellten Medikamenten-Pass auszuh\u00e4ndigen, welcher bei Polizei-Kontrollen vorgelegt werden kann. Es versteht sich von selbst, dass jene Verkehrsteilnehmer, welche sich auff\u00e4llig benehmen und welche den Drogentest verweigern, nicht von diesen Ausnahmeregelungen profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dr. Robert Thill-Heusbourg<br \/>\nNeurologe und Psychotherapeut<br \/>\nZusatzbezeichnung Sportmedizin<br \/>\nH\u00f4pital Saint Louis, Ettelbruck<\/p>\n<p>Luxemburger Wort, 6. Oktober 2007<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">von Dr. Robert Thill-Heusbourg*<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Am 1. Oktober 2007 trat die neue Strassenverkehrsordnung in Kraft . 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