{"id":155,"date":"2007-11-07T18:34:01","date_gmt":"2007-11-07T17:34:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thill-heusbourg.lu\/test\/wordpress\/?p=155"},"modified":"2009-12-15T22:05:00","modified_gmt":"2009-12-15T21:05:00","slug":"null-toleranz-fur-verharmlosung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thill-heusbourg.lu\/test\/wordpress\/?p=155","title":{"rendered":"Null-Toleranz f\u00fcr Verharmlosung"},"content":{"rendered":"<div><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"DE\"><span style=\"font-size: medium;\">Vor dem Hintergrund von steigenden Zahlen von Verkehrsdelikten und Straftaten , welche unter Alkohol-Einfluss stattfinden , wird das wahre Ausmass des Problems auch durch folgende verharmlosende Aussagen zum Alkoholkonsum erg\u00e4nzend illustriert:<\/span><\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"DE\"><span style=\"font-size: medium;\"><!--more-->\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/div>\n<p align=\"justify\">&#8220;Hien (odder hatt) dr\u00e9nkt jhust s\u00e9ng puer P\u00e4ttecher&#8221;, \u201ehien (odder hatt) dr\u00e9nkt n\u00ebmme B\u00e9ier, kee staarken Alkohol&#8221;, \u201eech hu jhust e puer Mini\u2019en gedronk&#8221; etc, sowie auch k\u00fcrzlich erfolgte \u00f6ffentliche Stellungnahmen von \u00e4rztlicher Seite, welche den Alkoholkonsum bagatellisieren (\u201emaximal 2 bis drei Drinks pro Tag&#8221;\u2026.) bzw ihn zu einem untentbehrlichen Kulturgut stilisieren, Zeitungsartikel \u00fcber Probetrinken , um die 0,5 &#8211; Promille \u2013Grenze auszutesten ( \u201eein gem\u00fctliches Abendessen ist auch mit der 0,5 \u2013Promille-Grenze noch m\u00f6glich&#8221;\u2026), k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Berichte \u00fcber Angeh\u00f6rige der freiwilligen Feuerwehr, welche die f\u00fcr ihren Beruf geltende Obergrenze von 0,2 Promille als diskriminatorisch empfinden und mit Dienstverweigerung drohen .Im Original-Ton: \u201eIch habe keine Lust, wegen 0,2 oder 0,3 Promille am Lenkrad eines Feuerwehrwagens eine Strafe zu riskieren&#8221;. Und nicht: \u201eeinen Unfall zu riskieren&#8221; !\u00a0<\/p>\n<p align=\"justify\">Es gibt eine lange, Kulturen und Zivilisationen \u00fcbergreifende Geschichte vom rechten Gebrauch und vom Missbrauch von Rauschmitteln und von deren Legalisierung und Illegalisierung. Das Wissen um m\u00f6gliche positive Wirkungen auf K\u00f6rper, Geist und Psyche sollte allerdings streng getrennt werden von den m\u00f6glichen Auswirkungen dieser Drogen auf die F\u00e4higkeit, am Strassenverkehr teilzunehmen und somit auch die Sicherheit und die Gesundheit anderer Menschen zu beeinflussen.\u00a0<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Null-Toleranz-Grenze der urspr\u00fcnglichen Regierungsvorlage in Bezug auf den Konsum von illegalisierten Drogen im Strassenverkehr war im medizinischen Sinne sicher richtig, trotz eines diesbez\u00fcglich wenig erleuchteten Gegen-Gutachtens des Staatsrates. Es gibt von medizinischer Seite her keine sicheren Grenzwerte im Hinblick auf die Reaktionsf\u00e4higkeit und Fahrtauglichkeit , auch wenn das neue Gesetz mit wissenschaftlich nicht belegten Angaben etwas anderes behaupten will und das gleiche gilt f\u00fcr die 0,5- Promille-Regel in Bezug auf die legalisierte Droge Alkohol. Auch Blut-Alkohol-Spiegel unterhalb dieser Grenze k\u00f6nnen die Fahrtauglichkeit in erheblichem und individuell variierenden und nie voraussehbaren Ausmass beeinflussen, auch wenn unsere Alkohol-Lobbyisten unerm\u00fcdlich behaupten, dass zwei bis drei \u201eEinheiten&#8221; Alkohol pro Tag (entsprechend 20-40 Gramm reinen Alkohols) nicht gesundheitssch\u00e4dlich seien.\u00a0<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch wenn es sich m\u00f6glicherweise herausstellen sollte (und in der internationalen wissenschaftlichen Literatur sind diesbez\u00fcglich die t\u00e4glichen Grenzwerte f\u00fcr einen risikoarmen Konsum in den letzten Jahren bis auf 20 g reinen Alkohol f\u00fcr den Mann und 10 g f\u00fcr die Frau zur\u00fcckgenommen worden), dass der Konsum von 20 Gramm Alkohol pro Tag sich bei Fehlen von sonstigen Risikofaktoren positiv auf Herzinfarkt-oder Schlaganfall-Risiko auswirken k\u00f6nnte, so ist damit noch keine Aussage \u00fcber die Auswirkung auf die Reaktionsf\u00e4higkeit und die Fahrtauglichkeit getroffen. Das sind zwei grundverschiedene Bereiche, die gerade \u00c4rzte und Politiker, welche f\u00fcr das Allgemeinwohl zust\u00e4ndig sind, genau unterscheiden sollten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Gleiches gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr den missbr\u00e4uchlichen Umgang mit Medikamenten im Strassenverkehr, wobei man hier allerdings unterstreichen muss, dass im Gegensatz zum Alkoholkonsum ein bestimmungsgem\u00e4sser Gebrauch zur Erh\u00f6hung der Fahrtauglichkeit wissenschaftlich nachweisbar ist und t\u00e4glicher medizinischer Praxis entspricht. Viele Krankheiten von Diabetes \u00fcber Herzrhythmusst\u00f6rungen zu Parkinson , Epilepsie, Angstst\u00f6rungen, Depressionen und ADHS w\u00fcrden die hiervon Betroffenen in vielen F\u00e4llen ohne ad\u00e4quate medikament\u00f6se Therapie grunds\u00e4tzlich fahruntauglich machen, wobei der bestimmungsgem\u00e4sse und \u00e4rztlich \u00fcberwachte Gebrauch von spezifisch wirkenden Pharmaka ihnen erst eine sichere Teilnahme am Strassenverkehr erm\u00f6glicht.\u00a0<\/p>\n<p align=\"justify\">Der Wunsch als Vater des Gedankens taugt somit wenig als Leitlinie zum differenzierten Umgang mit legalisierten oder illegalisierten psychotropen Wirkstoffen und die vielzitierte politische Forderung nach Null-Toleranz sollte zuerst gegen\u00fcber unserem verharmlosenden Umgang mit undifferenzierten Denkgewohnheiten gelten.<\/p>\n<p>* Neurologe und Psychotherapeut, Zusatzbezeichnung Sportmedizin<\/p>\n<p>H\u00f4pital Saint Louis, Ettelbruck<\/p>\n<p>Luxemburger Wort, 7. November 2007<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> Vor dem Hintergrund von steigenden Zahlen von Verkehrsdelikten und Straftaten , welche unter Alkohol-Einfluss stattfinden , wird das wahre Ausmass des Problems auch durch folgende verharmlosende Aussagen zum Alkoholkonsum erg\u00e4nzend illustriert: [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20,13,15],"tags":[],"class_list":["post-155","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-alkohol","category-drogen","category-medizin","odd"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.thill-heusbourg.lu\/test\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.thill-heusbourg.lu\/test\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.thill-heusbourg.lu\/test\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thill-heusbourg.lu\/test\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thill-heusbourg.lu\/test\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=155"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.thill-heusbourg.lu\/test\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":264,"href":"https:\/\/www.thill-heusbourg.lu\/test\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/155\/revisions\/264"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.thill-heusbourg.lu\/test\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=155"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thill-heusbourg.lu\/test\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=155"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thill-heusbourg.lu\/test\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=155"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}